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Nach der Anfrage von Rainer in einem Kommentar, ob wir denn schon ein Ergebnis bezüglich eines Solarakkus hätten, haben wir uns mal zusammengesetzt und durchgerechnet, ob sich solch ein Akku denn überhaupt rechnet, bzw. haben versucht dies zu berechnen.

Es gibt da unzählige Parameter, die man in die Berechnungen mit einbeziehen müsste, und viele davon sind auch noch nicht hinreichend bekannt. Christoph hat dies mal Ende 2012 ausführlich hier in seinem Bautagebuch berechnet, aber wie so oft, sind die Berechnungen anderer nicht immer eins zu eins auf sich selber zu übertragen.

Da wäre zum einen die kleinere Anlage bei uns mit 3,5 kWp, aber auch ein kleinerer Verbrauch von derzeit etwas mehr als 2000 kWh – wie dies allerdings im neuen Haus aussehen wird, weiß keiner, und dieser Wert ist unerlässlich für die Berechnung. Zum anderen haben wir die Preisdifferenz zwischen dem eingespeisten Strom und dem vom Stromanbieter bezogenen Strom nicht außer Acht gelassen. Da haben wir aber auch mit einer nicht unrealistischen saftigen Preiserhöhung für Strom von einem Cent pro Jahr gerechnet.

Aber auch unsere Herangehensweise war eine andere als die von Christoph. Es betrifft die etwas irritierende Formulierung „Eigenverbrauch“ in der Werbung vieler Photovoltaik- und Solarspeicheranbieter in Sätzen wie „Man kann mit diesem und jenem Produkt den Eigenverbrauch auf bis zu 70% steigern“. Eigenverbrauch bedeutet hier nämlich der Anteil des selbst verbrauchten Stroms an dem über die Photovoltaikanlage erzeugten Stroms. Mit keinem Wort wird da allerdings auf die Größe der Anlage und den eigenen Stromverbrauch eingegangen. Wie soll ich denn da eine vernünftige Rechnung vornehmen?

Uns ist klar, dass der Eigenverbrauch nach obiger Auffassung natürlich hoch sein sollte, da es sich eher rechnet, den Strom direkt zu verbrauchen, als ihn erst einzuspeisen und dann wieder zu einem höheren Preis zu kaufen.

Um aber zu schauen, ob sich nun ein Solarakku für uns lohnt oder nicht, war uns wichtig, dass der Strom, den wir verbrauchen, möglichst nur von unserem Dach kommt. Ob die Anlage noch ein Überschuss produziert, der dann wiederum in das Netz eingespeist wird, ist für die Entscheidung über das Für oder Wider eines Solarakkus nicht von Belang.

Um meine Überlegungen auf die Spitze zu treiben, könnte ich meinen Eigenverbrauch, so wie er oben definiert ist, auch erhöhen, indem ich den Kühlschrank tagsüber offen lassen würde – und dies ist selbstverständlich nicht wünschenswert.

Wir hatten nun ein Kuddelmuddel an Zahlen, bei denen wir hofften, schlauer daraus zu werden. Wir rechneten mit einem Deckungsbeitrag von 10 Cent/kWh für das erste Jahr für den Strom aus dem Akku und einem Akkupreis von 4000 Euro. Aber wieviel kWh wird uns der Akku bringen und vor allem, wie hoch wird unser Verbrauch im neuen Haus genau sein? Allein die Speicherkapazität des Akkus beantwortet diese Frage nicht. Mit ein paar Schätzungen hier und da, kamen wir erstmal auf ein deutliches Minus. Verbessert hat diese Bilanz die Förderung der KfW, die zum 1. April dieses Jahres startete; da werden bis zu 30% des Kaufpreises erstattet. Aber selbst ausgehend von der höchsten Förderung von 30% kamen wir immer noch auf ein – jetzt immerhin kleines – Minus. Angemerkt werden muss hier, dass uns die Idee eines Akkus prinzipiell gefallen hat, da wir damit zu mehr Unabhängigkeit von den großen Stromanbietern kommen könnten. Dies könnte das Fazit vielleicht schon etwas positiver eingefärbt haben. So hätten wir ursprünglich auch bei dem kleinen Minus ein – oder auch zwei – Augen zugedrückt, und wollten so ein Ding haben.

Aber als bei der Einholung von Angeboten schon der erste Anbieter erwähnte, dass er mit fallenden Preisen rechne, die Technik in den nächsten Jahren ausgereifter werde und solch ein Akku problemlos nachträglich eingebaut werden könne, haben wir beschlossen, erstmal darauf zu verzichten.

Also sind wir nach ewigem Hin und Her auf dasselbe Ergebnis wie Christoph gekommen.

Wir werden in den ersten Jahren im Haus unseren Stromverbrauch genauer unter die Lupe nehmen und die Entwicklung auf dem Solarakkumarkt nicht aus den Augen verlieren, um in wenigen Jahren eine Neuberechnung durchzuführen.